Diabetes beim Hund: Wie die Zuckerkrankheit das Hundeleben einschränkt – Pezz life
Diabetes beim Hund: Wie die Zuckerkrankheit das Hundeleben einschränkt.

Diabetes beim Hund: Wie die Zuckerkrankheit das Hundeleben einschränkt.

Diabetes beim Hund: Wie die Zuckerkrankheit das Hundeleben einschränkt.

Diabetes, auch Diabetes mellitus oder einfach Zuckerkrankheit genannt, ist die bei Hunden am häufigsten auftretende Erkrankung des Hormonhaushaltes und kommt bei mehr als 1% aller Hunden vor. Neben einer zumeist lebenslangen Behandlung steigt auch das Risiko, dass Hunde unter Begleit- und Folgeerkrankungen wie Harnwegsinfekten leiden.

Welche Hunde sind am ehesten betroffen?

Grundsätzlich sind in den meisten Fällen kleine Hunderassen wie z.B. Spitz, Dackel oder Terrier betroffen. Die Krankheit tritt dabei vor allem bei Hunden mittleren bis höheren Alters auf, in der Regel zwischen 8 und 10 Jahren. Unkastrierte Hündinnen erkranken dabei zwei bis vier Mal häufiger - 80% dieser Fälle sind auf Hormonschwankungen nach der Läufigkeit zurückzuführen, da der Blutzuckerspiegel zu diesem Zeitpunkt ansteigt. Jüngere Hunde erkranken nur selten an Diabetes. Die Gefahr steigt jedoch, wenn Hunde übergewichtig sind.

Was ist Diabetes und wo liegen die Ursachen?

Diabetes mellitus ist bedingt durch einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel sowie durch einen Mangel oder eine Resistenz an dem Hormon Insulin, welches den Blutzuckerspiegel reguliert.

Üblicherweise wird Blutzucker (auch Glukose genannt) als Energielieferant durch Nahrung aufgenommen. Insulin ist ein Hormon, welches in der Bauchspeicheldrüse produziert wird und nach der Nahrungsaufnahme freigeschüttet wird. Es sorgt dafür, dass Glukose aus dem Blut zu den Zellen, welche Energie benötigen, transportiert wird. Gelangt zu wenig Glukose zu den Zellen, ist von Insulinmangel die Rede.

Der Insulinmangel ist verantwortlich dafür, dass der Blutzuckerspiegel ansteigt und die Krankheit Diabetes melliuts ausbricht. Grundsätzlich wird zwischen zwei Typen von Diabetes unterschieden. Wird Diabetes Typ 1 diagnostiziert, findet keine bzw. nur sehr geringe Insulinproduktion statt, weil Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die für die Insulinproduktion zuständig sind, geschädigt sind. Bedingt ist dieser Schaden meist durch genetische Veranlagung, eine Störung des Immunsystems sowie durch Infektionskrankheiten.

Eher selten sind Hunde von Diabetes Typ 2 betroffen. Hier kommt es zu einer beeinträchtigten oder verzögerten Insulinfreisetzung oder zu einer Insulinresistenz der Zielzellen.

Symptome der Krankheit

Was sich zunächst als eine Ausnahme tarnt - der Hund wirkt matt, lustlos und inaktiv - sollte unbedingt beobachtet werden. Bemerken HundebesitzerInnen, dass der Hund besonders viel trinkt und dadurch häufiger den Wunsch nach einem Spaziergang empfindet, ist ein Tierarztbesuch unumgänglich. Gewichtsverlust trotz übermäßigem Appetit ist ein weiteres Anzeichen von Diabetes. Zusätzlich erkennen HundebesitzerInnen oftmals, dass das Fell stumpf ist und selbst kleine Wunden nur sehr langsam heilen.

Diagnose von Diabetes mellitus

Die Diagnose Diabetes mellitus wird immer vom Tierarzt gestellt. Bei Verdacht aufgrund auftretender Symptome werden Blut und Urin untersucht. Gegebenenfalls sind weiterführende Untersuchungen notwendig, um die Ursachen abzuklären.

Diabetes mellitus behandeln

In der Regel wird dem kranken Hund nach der Diagnose täglich bzw. regelmäßig Insulin in einer angepassten Dosis verabreicht. Insulin kann nur mittels Spritzen verabreicht werden. Die speziellen Insulinnadeln sind sehr dünn und daher für Hunde wenig mit Schmerzen verbunden. Dennoch ist eine Einschulung vom Tierarzt erforderlich, da bei der Dosierung, Verabreichung und Lagerung von Insulin häufig Fehler unterlaufen können. Des Weiteren wird, vor allem bei übergewichtigen Hunden, oft spezielles Diätfutter eingesetzt. Bei unkastrierten Hündinnen ist in einigen Fällen eine Kastration angeraten.

Ist der Blutzucker zunächst stabilisiert, sollte dieser zwei Mal monatlich kontrolliert werden. Bei gutem Allgemeinbefinden, normaler Trinkmenge und Gewichtskonstanz kann sich der Abstand der Kontrollen auf drei bis sechs Monate ausweiten.

Auch wenn die Behandlung ein Leben lang ausgeführt wird, kann die Krankheit bei sorgfältiger Durchführung der Therapie für eine hohe Lebensqualität bei Hunden sorgen. Dennoch kann es in fortschreitendem Alter oft zu gesundheitlichen Folgen wie Augenkrankheiten oder immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten kommen.

Was ändert sich, wenn Hunde Diabetes mellitus haben?

HundebesitzerInnen müssen den Gesundheitszustand ihres Hundes ständig überwachen und vor allem auf Veränderungen des allgemeinen Wohlbefindens, Trinkverhaltens und Gewichtes achten. Mittels Teststreifen sollte, unabhängig der Kontrollen beim Tierarzt, ein Mal wöchentlich der Urin auf Zucker (also Glukose) und Ketone überprüft werden. Selbst unter Langzeittherapie kann eine Insulin-Dosis oder Futteranpassung nötig werden.

Wie können HundebesitzerInnen vorsorgen?

Das Vorbeugen von Diabetes mellitus ist ein schwieriges Anliegen, da viele Ursachen für die Krankheit noch unzureichend bekannt sind. Grundsätzlich sollte, auch um andere Krankheiten zu vermeiden, auf ein angemessenes Körpergewicht beim Hund geachtet werden. Bei jungen Hündinnen kann eine Kastration, abgewogen auf die Vor- und Nachteile, die Anfälligkeit verringern.

Regelmäßiges Testen mittels Urinteststreifen hilft bei der Überwachung und kann erste Anzeichen einer Diabetes mellitus Erkrankung erkennen, lange bevor der Hund typische Symptome zeigt.